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Schulung Kaminbrand
18.02.2010 20:56 (3545 x gelesen)

Wenn der Kamin zu bersten droht…

Zusammen mit dem Fränkischen Tag präsentierte die Freiwillige Feuerwehr Dechsendorf ein „echtes Kamingespräch“.

Thomas Schneider und Gunter Reichel Darstellung am Objekt


Fast 50 Interessierte saßen im Feuerwehrhaus in Dechsendorf und lauschten den Worten des Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Dechsendorf, Thomas Schneider, und dem Bezirkskaminkehrer Gunter Reichel. Gebannt hörten sie zu, wie ein Kamin richtig zu befeuern ist, wie es zu einem Kaminbrand kommen kann und wie dieser zu bekämpfen ist.
Die Idee zu diesem Abend ist dem Ofenbauer und Feuerwehrmann Schneider bereits im Oktober des vergangenen Jahres gekommen. Als so genannter Winterschulung sollten ursprünglich die aktiven Feuerwehrler geschult werden, wie sie sich bei solch einem speziellen Brandereignis zu verhalten haben. Dass die Schulungen in diesem Jahr an besonderer Aktualität gewannen, konnte niemand ahnen.
Kaminbrände in Hesselberg, Röttenbach, Höchstadt und allein dreimal in Dechsendorf zeigten, dass der Umgang mit dieser Heizart alles andere als optimal läuft. Einen Grund für die vielen Kaminbrände hatten beide Experten parat. „Zum einen steigen immer mehr Menschen angesichts der teurer werdenden Öl- und Gas-Preise wieder auf Holz um – es wird viel stärker mit diesem Brennstoff als die Jahre zuvor geheizt“, erklärt Schneider. Und Reichel ergänzt: „Zum anderen haben wir viele junge Menschen, die sich dem Holz widmen. Diese sind mit der Zentralheizung aufgewachsen und müssen den richtigen Umgang erst wieder lernen.“
Ungünstig bei dieser Kombination sei dann der Griff zu Billigöfen und –kaminen, die oftmals in großen Verkaufszentren angeboten werden. Ohne Beratung, ohne vernünftiges Wissen und dann im Selbstbausatz aufgestellt. „Der nächste Kaminbrand droht“, da waren sich die Referenten einig.
Denn ein Ofenbauer sagt gegebenenfalls auch mal „Nein, das geht nicht“ zu einem Kunden, wenn er entdeckt, dass der Schornstein an altem Holzgebälk vorbeiführen wird. Wer sich den Kamin selber hochzieht, achtet nicht unbedingt darauf. Worauf der Kunde leider auch zu wenig achtet, sei die Verwendung des richtigen Brenngutes. Nasses oder feuchtes Holz haben im Kamin nichts zu suchen. Staubtrocken, sei die richtige Bezeichnung für das zu nutzende Holz. Dazu die richtige Menge Sauerstoff und der Kamin prasselt ordentlich vor sich hin, der Ofen liefert die richtige Wärme für das Haus.
Sollte es dann aber doch mal zur Kaminkatastrophe kommen, kann der Feuerwehrmann Schneider nur raten: „Ruhe bewahren, Feuerwehr rufen und aus dem Haus gehen und dort auf die Löschprofis warten.“ Der größte Fehler, der im Zusammenhang mit Kaminbränden gemacht werden kann, sei der Versuch selber zu löschen. „Mit Wasser sprengen Sie den Kamin“, erklärt er den zum Teil erstaunten Gästen im Feuerwehrhaus. „Ein Volumenliter Wasser dehnt sich auf 1700 Volumenliter Wasserdampf aus.“ Eine Vorstellung, die klar macht, welche Gewalt in diesem vermeintlichen Löschmittel steckt. Auch Pulver sei keine ideale Lösung, auch wenn dies immer wieder offeriert werde. Es besteht ebenfalls die Gefahr der Volumenausdehnung und dem Risiko den Kamin zu zerstören.
Richtig sei es wegen drohender Kohlenmonoxid- und –dioxidvergiftungen das Haus zu verlassen, die Feuerwehr genau einzuweisen, damit diese den Kamin kontrolliert abbrennen lassen kann. Wie gefährlich so ein Brand sein kann, verdeutlichten die Vortragenden anhand von Bildern, die zeigten was ein wenig Funkenflug anrichten kann, was eine Temperatur von etwa 1500 Grad bei solch einem Brand verursacht und was passiert, wenn so ein Gebäude ohne Atemschutz betreten wird.
Fazit der Veranstaltung: Die Gäste werden ihrem eigenen Kamin mit mehr Fürsorge behandeln. Und sie erklärten: „Wer diese Informationsveranstaltung nicht besucht hat ist selber Schuld und hat etwas verpasst.“ Aber Thomas Schneider ergänzte: „Eine Wiederholung ist ja nicht ausgeschlossen.“

Michael Busch
 





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