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Hilfe für Menschen in Not 25.10.14
26.10.2014 17:29 (1911 x gelesen)

Dechsendorfer Feuerwehr hilft Menschen in Not ...

Am Samstagmorgen war für viele Erlanger Feuerwehrleute die Nacht gegen sechs Uhr zu Ende. 

Kein Einsatz im eigentlichen Sinne stand auch für die Dechsendorfer Feuerwehrkameraden an, also keine Sirene, die einen Notfall signalisierte. Vielmehr waren es die Wecker, die gestellt waren, um die ehrenamtlichen Helfer rechtzeitig zu einer besonderen Hilfe auflaufen zu lassen. Es galt nämlich, bei einem Umzug zu helfen.

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Mit weiteren Kameraden aus den Ortswehren der Stadt Erlangen ging es bei eisigen Temperaturen zum Freibad West in Alterlangen. Dort waren bis vor Kurzem über 200 Flüchtlinge aus den unterschiedlichsten Krisengebieten untergebracht gewesen. Mit dem Nahen des Winters wussten die Stadtoberen, dass die "Zeltlösung" keine gute Lösung mehr sei. Es mussten andere Stätten gefunden werden.

Erlangens Stadtbrandrat und oberster Feuerwehrler Friedhelm Weidinger dankte bereits in den frühen Morgenstunden den ehrenamtlichen Helfern, die sich für diese humanitäre Hilfe bereit erklärt haben. "Ohne Euch könnten wir das nicht bewältigen", gab er den Helfern mit auf den Weg, bevor sich diese in Richtung Schwimmbad machten. 

Dort trafen die Feuerwehrler zum einen auf weitere Mitarbeiter diverser Rettungskräfte. Das Bayerische Rote Kreuz, Kreisverband Erlangen-Höchstadt, war ebenso mit etlichen Helfern vor Ort, wie die DLRG-Dechsendorf, das Erlanger THW und der ASB. Zum anderen trafen die Kräfte auf eine unwirkliche Situation. Im Hintergrund dominierte der baufällige Sprungturm des Freibades das Bild, im Vordergrund standen die zunächst menschenleeren Zelte, gefüllt mit Hunderten von Feldbetten, Matratzen, Stellwänden.

Die Flüchtlinge selber waren nach dem Sturm des vergangenen Dienstages bereits umquartiert worden. Ein Großteil sei nach Zirndorf gebracht worden. Für Erlangen bedeutete das den Umzug relativ entspannt durchzuführen, da nicht zeitgleich die Flüchtlinge zu versorgen waren.

Mit vereinten Kräften wurden die Lastwagen der unterschiedlichen Rettungsorganisationen befüllt. Die Durchfahrt vor dem Schwimmbad war zu diesem Zeitpunkt nicht möglich, die Feuerwehr sperrte die Damaschkestraße ab. Nicht bei allen Autofahrern auf Verständnis stoßend, die "unbedingt und heute auf dieser Straße durchfahren mussten". Die meisten Passanten und vor allem die Anwohner zeigten sich aber verständnisvoll angesichts der Bewegung vor dem Schwimmbad. "Gut, denn im Winter wäre es bestimmt kalt geworden", meinte Hildegard Bergmann, Anwohnerin im Viertel. Darüber machten sich die Rettungskräfte aber weniger Gedanken, es galt die Dinge sauber zu stapeln, um nicht zu oft zum neuen Aufenthaltsort pendeln zu müssen.

Der liegt nämlich in der Rathenaustraße in der Erlanger Innenstadt. In einem ehemaligen Möbellager werden die Flüchtlinge, die ab Montag erwartet werden, untergebracht. Auf zwei Etagen werden diese "leben". Im ersten Stock befindet sich ein Aufenthaltsbereich inklusive der Verpflegungseinheiten und Küche. Im zweiten Stock gibt es in abgetrennten Schlafkabinen jeweils vier Stockbetten für acht Personen. Die sanitären Einrichtungen wurden außerhalb des Gebäudes aufgestellt. Eine kurze Abwechslung gab es beim Schleppen der Betten, Stühle, Matratzen, Stellwände und vielen mehr durch eine kurze Dankesrede der stellvertretenden Bürgermeisterin Elisabeth Preuß. "Es ist toll, was Sie hier machen", gab sie den Ehrenamtlern mit auf den Weg. Die angebotene Führung durch das Gebäude nutzten aber dann vor allem die bestellten Pressevertreter sowie weitere Vertreter aus dem Rathaus. Die Helfer konzentrierten sich lieber wieder auf ihre Arbeit.

Auf der Homepage dankt die Stadtspitze, allen voran Oberbürgermeister Florian Janik, ebenfalls den Helfern: "Ohne Sie können wir diese humanitäre Aufgabe nicht leisten. Wir sind stolz darauf, dass die Schutz suchenden Menschen eine offene Stadt vorfinden." In den späten Nachmittagsstunden war für die Helfer dann Schluss. Es ging zurück zu den Familien - nicht gleich ins Bett. Denn neben dem Ehrenamt soll die eigene Familie ja auch nicht zu kurz kommen. Umso schöner war es, dass in der folgenden Nacht durch die Winterzeitumstellung eine Stunde Schlaf mehr zur Verfügung stand.

Bild und Text: Michael Busch


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