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30 Kilometer Dieselspur
10.04.2013 18:51 (2401 x gelesen)

Als um 19.45 Uhr die Sirenen in Dechsendorf gingen, wusste noch keiner, dass der Einsatz sich bis in die Nacht hinein zog.



 

Am Dienstagabend gab es einen Großeinsatz im Landkreis Erlangen-Höchstadt und der Stadt Erlangen der sprichwörtlich "wie geschmiert" ablief. Die Feuerwehren von Erlangen bis Höchstadt wurden gegen 19.45 Uhr alarmiert, um eine Ölspur auf der Straße zu entfernen.

Schnell stellte sich heraus, dass vor allem auf dem Teilstück ab dem Erlanger Ortsteil Dechsendorf und Röttenbach eine starke Verschmutzung die Fahrbahn streckenweise spiegelglatt gemacht hatte. Besonders tückisch stellte sich die Kurve in Dechsendorf heraus. Ein 36-jähriger Autofahrer fuhr dort auf der Hemhofener Straße in Richtung Röttenbach. An der abknickenden Vorfahrtsstraße rutschte er trotz angepasster Geschwindigkeit, aber in Unkenntnis der schmierigen Spur auf der nassen Straße von der Fahrbahn ab und beschädigte zwei Rohrständer.

Gefahrenstelle: Kurve

Die Dunkelheit und die Nässe erschwerte in Folge aber auch die Arbeiten der Feuerwehren. Immer wieder gab es die Rückmeldung, dass zwar "ein wahrnehmbarer Kraftstoffgeruch in der Luft liegt", die Spur aber nur schwer zu erkennen war. Als äußerst hilfreich zeigte sich an dieser Stelle die Einrichtung der Integrierten Leitstelle in Nürnberg, die nicht nur die gut ein Dutzend Einheiten der Freiwilligen Feuerwehren und der Berufsfeuerwehrler der Ständigen Wache in Erlangen koordinierte, sondern auch die Tipps der Kameraden untereinander weitergab, wo sich diese Spur befand.

Denn vor allem auf den geraden Stücken, war es ein dünner Faden, der entlang der Mittellinie entlang führte, lediglich in den Kurven und überraschenderweise in den Bushaltestellen, war die Straße deutlich schmieriger. Die Schlussfolgerung lag auf der Hand, dass es sich vermutlich um einen Linienbus handelt, der die Strecke Erlangen - Höchstadt befahren hatte.

Und tatsächlich: Als Verursacher wurde schließlich im Raum Höchstadt ein Busfahrer ausfindig gemacht werden, der bis dato nicht bemerkt hatte, dass sein Fahrzeug während der Fahrt, offensichtlich aufgrund eines technischen Defekts, kräftig Kraftstoff verlor. Angeblich habe er auch noch "frisch getankt", so dass genug Diesel in den Tanks war.

Somit war weiterhin klar, dass es sich bei dem Schmierfilm nicht um Öl, sondern um Diesel handelte.

Arbeit bis in die Nacht

Die Feuerwehren banden vor allem an den "riskanten Punkten", also in Kurvenbereichen, mit speziellen Bindemitteln den Kraftstoff. Doch der Diesel und der eingesetzte Regen waren nicht einfach zu bändigen, so dass mehrere Fahrzeuge ins Schleudern gerieten, sich im Bereich Dechsendorf sogar drei kleinere Unfälle mit Blechschäden ereigneten. Verletzt wurde niemand.

Bei den Einsatzkräften hielten immer wieder Autofahrer an, die von den "spiegelglatten Fahrbahnen" berichteten und baten, dass man diese Abschnitte noch reinigen solle. Die Beseitigung der Dieselspur erwies sich aufgrund der nassen Fahrbahn als äußerst schwierig, so dass letztlich eine Spezialfirma dafür eingesetzt wurde.
Im Einsatz - zum Teil bis in die späten Nachtstunden hinein, waren die Freiwilligen Feuerwehren aus Höchstadt, Adelsdorf, Zeckern, Hemhofen, Röttenbach, Dechsendorf und Erlangen-Stadt.

 


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