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Aktionstag 2013 mit Einsatz
04.10.2013 14:02 (1939 x gelesen)


Feuerwehr Dechsendorf beweist bei Schauübung ihr Können
 

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Die Sirenen ertönen um Punkt 11.30 Uhr. "Die machen wieder eine Schauübung", ruft ein Mädchen, das am Sonntag bei der Dechsendorfer Feuerwehr ist. Denn diese veranstaltet ihren Aktionstag. Die Freiwillige Feuerwehr zeigt, was sie alles kann, was sie für Gerätschaften hat. Neun Feuerwehrmänner rennen mit dem Sirenenton zum Löschfahrzeug, das sich unmittelbar nach dem Türenschließen mit Blaulicht und "Tatütata" auf den Weg macht. Erst ein paar Minuten später registrieren die Besucher, dass etwas "nicht stimmt". Weitere Feuerwehrleute vor Ort erklären: "Ja, die sind jetzt zu einem echten Unfall auf die Autobahn ausgerückt." 

Schwieriges Thema: Rettungsgasse
So schnell geht es. Erst ein paar Minuten zuvor wurde die Ausstellung eröffnet mit Bildern der Kindergärten in dem Erlanger Ortsteil und dem Thema "Wie wünscht Ihr Euch die Feuerwehr?" Erst kurz vor dem Einsatz haben zwei Feuerwehrleute gezeigt, wie Feuerlöscher richtig einzusetzen sind. Noch kommentiert vom Kommandanten Thomas Schneider, der darauf hinwies, wie wichtig das schnelle Eingreifen bei einem Unglück ist. An den Satz denkt auch ein Teil der Mannschaft, als es über die Rettungsgasse zum Unfallort gehen soll. Im Prinzip lernt es jeder Fahrer in der Fahrschule, wie sich zu verhalten ist. Und dennoch muss der Einsatz-Lkw immer wieder abbremsen, weil die Rettungsgasse blockiert ist. Selbst der Audi des Landrats des Kreises Erlangen-Höchstadt bewegte sich erst von der Rettungsgasse weg, als der rote Laster hinter dem Wagen stehend hupte. Das Nummernschild hatte den Nutzer des Fahrzeugs verraten.

Übung nach dem Einsatz
Die Unfallsituation auf der A3, zwischen den Anschlussstellen Erlangen-West und Höchstadt, gab dann ein Bild wieder, das den Uniformierten bekannt vorkam. Denn annähernd diese Konstellation wartete auf das Publikum beim Aktionstag. Zwei Autos, die sich ineinander verkeilt hatten, verletzte Personen, die versorgt werden mussten. Einen Tag zuvor hatte man genau dieses Szenario nochmals intensiv geprobt. Das Einzige, was bei der Schauübung zusätzlich eingesetzt wurde, war ein Schaumlöscher, der ein Feuer im Motorraum löschen sollte. Beim richtigen Unfall wurden lediglich die Batterien abgeklemmt. Am Gerätehaus widmeten sich die Besucher der Kinder-Feuerwehr-Olympiade, dem Kastenstapeln, bei dem es hoch hinaus ging und natürlich auch den lukullischen Genüssen. Die Retter auf der Straße freuten sich auch auf die Rückkehr zum Aktionstag, als während der Heimfahrt die nächste Alarmierung kommt: Ein Unfall auf der Gegenspur, Dechsendorf zum Einsatz. 

Gaffer nicht willkommen
Grund des zweiten Unfalls: Zwei Wagen sind aufeinandergekracht, weil sie der Unfallstelle auf der Gegenspur mehr Aufmerksamkeit denn der eigenen Spur schenkten. Batterie abklemmen, Autos auseinanderziehen, Abschleppunternehmen abwarten. Glücklicherweise fuhren die Heßdorfer Kameraden auch diesen Unfall nochmals an und übernahmen die Unfallstelle, damit die Dechsendorfer "zu ihrem Fest" durften. Nach zwei Stunden Abwesenheit waren die Gäste natürlich interessiert, wo "ihre" Feuerwehr war. Kommandant und Einsatzleiter Thomas Schneider gab in kurzen Worten die Situation auf der Autobahn wieder. Alles war gar nicht zu erzählen, weder die schwierige Anfahrt auf der Autobahn noch die anderen Randerlebnisse. 

Aktive Jugend
Da gab es zum Beispiel die Gaffer. Autofahrer, die an der Unfallstelle fast stehen bleiben, um sich nicht nur sprichwörtlich ein Bild von der Unfallstelle zu machen, sondern tatsächlich den Fotoapparat in der Hand haben, um zu "knipsen". Es gab auch diejenigen, die sich per Roller oder zu Fuß auf den Weg machen, um quer über den Acker zur Unfallstelle zu kommen, um ihren Voyeurismus zu befriedigen. 

Die Zuschauer in Dechsendorf honorierten jedenfalls die Hauptschauübung mit kräftigem Applaus, in dem Wissen, dass das alles gar nicht so unrealistisch ist. Sie freuten sich auch mit den Feuerwehrleuten, dass die Jugendtruppe auftrat und bewies, dass man sich keine Nachwuchssorgen machen muss. Und sie freuten sich, dass kein weiterer Einsatz zu absolvieren war und die Truppe feiern durfte.

Autor Michael Busch


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